BR/Susanna Felix

Ligeti auf Radi, Didgeridoo & Co

Hier kommt die musikalische Antwort auf Ligetis „Concert Românesc“ von der 7. Klasse des Gymnasiums Holzkirchen. Mit dabei sind Radi, Didgeridoo, Sektgläser und vieles mehr.

Musik auf Gemüse

Juli, wenige Tage vor Schuljahresende: Die Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Holzkirchen üben an ihrer Version von Ligeti. Dabei greift auch Lehrerin Carolin Jank selbst zur Klarinette. Die Schüler sitzen auf dem Boden, spielen Xylophon, verschiedene Percussion-Instrumente, E-Bass, Trommel, Klavier und E-Piano. Doch das ist nicht alles. Ein ganz besonderes Instrument hat Fabian mitgebracht: einen Radi. Aus dem hat er ein Blasinstrument gebaut. „Man bohrt einmal mit einem dicken Bohrer durch den Radi durch, macht dann oben ein paar Grifflöcher rein und höhlt ihn hinten noch ein bisschen aus, damit ein Mundstück vom Saxophon oder einer Klarinette hineinpasst“, erklärt Fabian.

Und wie ist er auf die Idee gekommen? „Meine Eltern waren mal bei Komikern, die hatten das mit einer Rübe gemacht. Und dann haben wir das einfach nachgemacht.“ Carolin Jank erinnert sich daran, wie Fabian den Radi in einer Brotzeitbox mit in den Unterricht brachte: „Er meinte, er hat da was, was er mir zeigen will. Dann hat er einen Ton von sich gegeben und gemeint, das müsste doch für unser Experiment geeignet sein.“

Motiviert zum Üben

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Ein weiteres, etwas exotisches Instrument hat Christopher von zuhause mitgebracht: ein Didgeridoo. Es gilt als typisches Blasinstrument der Ureinwohner Australiens. Es ist gar nicht so einfach, verschiedene Tonhöhen damit zu erzeugen, aber Christopher ist hochmotiviert: „Ich spiele erst seit ein, zwei Monaten Didgeridoo und habe das erst so ein bisschen schleifen lassen. Aber jetzt durch das Musikprojekt ist das nochmal so richtig angefacht worden.“ Die hohen Streicher am Ende des Ligeti-Stücks ersetzt die Klasse durch mit Wasser gefüllte Sektgläser. Fährt man mit feuchten Fingern über den Rand der Gläser, erzeugt das ganz hohe Töne. Und auch Glasglocken kommen zum Einsatz. Sie übernehmen den gebrochenen Dreiklang beim Schlussakkord, den im Original die Hörner spielen.

„Die summen die Melodien vor sich hin“

Lehrerin Carolin Jank ist zufrieden. Sie hat ihr Ziel mit den Schülern erreicht: „Das Wichtigste ist, das sie dieses Stück kennenlernen – und zwar anders, als das irgendwie hinterm Schreibtisch und nur übers Anhören passiert. Und das hat man auch gemerkt: Die summen die Melodien vor sich hin, die trommeln irgendwie den Rhythmus und durch diese Herangehensweise lernen sie das Stück in- und auswendig kennen ohne es zu merken.“ Wenn die Schüler Ligetis Stück nun im Original hören, sperren sie die Ohren ganz anders auf. „Ich hör dann halt hin, ja das hab ich gespielt, das hat die gespielt. Das ist einfach ganz anders, wenn man sagen kann, damit haben wir uns auseinandergesetzt“, sagt eine Schülerin. „Wenn ich das Ligeti-Stück höre, denke ich jetzt immer an unser Stück. Und bei manchen Stellen, die ich besonders klasse find und die uns sehr gut gelungen sind, höre ich extra besser hin“, ergänzt ihre Klassenkameradin.