Ligeti

Der Herr der Klänge

György Ligeti wurde 1923 als Kind ungarischer Eltern in Tîrnăveni in Transsylvanien geboren. Mit 13 Jahren entdeckte er das Klavier für sich und unternahm erste Kompositionsversuche. Als 1940 die faschistische ungarische Regierung an die Macht kam, änderte sich Ligetis Leben schlagartig. Als Sohn jüdischer Eltern kam er in ein Lager für Zwangsarbeit. Er floh und geriet in russische Gefangenschaft, konnte sich jedoch befreien. Später erfuhr er, dass fast seine gesamte Familie im Konzentrationslager ums Leben gekommen war.

Von Tanzrhythmen zu Klangflächen

Ligeti beendete sein Musikstudium in Budapest und beschäftigte sich zunächst mit der Erforschung rumänischer Volksmusik. In diesem Zusammenhang steht auch sein viersätziges Orchesterwerk „Concert Românesc“ aus dem Jahr 1951, das stark von folkloristischen Musiktraditionen Rumäniens beeinflusst ist. Trotz seiner musikantischen Eingängigkeit wurde die Aufführung des Werks wegen ein paar Dissonanzen vom damaligen kommunistischen Regime Ungarns verboten.

Ligeti lehnte es ab, als Komponist im Sinne der politischen Propaganda für die kommunistische Partei zu schreiben. Jeder Form von Ideologie stand er zeitlebens skeptisch gegenüber. 1956 floh er aus Ungarn. Nach einem kurzen Aufenthalt in Wien verschlug es ihn nach Köln, wo er im Studio für Elektronische Musik beim WDR Karlheinz Stockhausen kennenlernte, einen Pionier auf diesem Gebiet. Ligeti fing an, auch mit elektronischen Klängen zu experimentieren. Davon inspiriert, schrieb er seine ersten Stücke für Orchester.

Vom Schimmern und Flirren der Musik

Ligeti erforschte die rumänische Volksmusik.

Ligeti erforschte die rumänische Volksmusik.

Im Vordrgrund stand für Ligeti die Arbeit mit Klängen, die er zu verschiedenen Flächen anordnete. Durch die geschickte Kombination verschiedener Töne versuchte er ein Schimmern und Flirren in der Musik zu erzeugen. Das erreichte er durch ganz kleine Veränderungen in der Musik, die dem Hörer kaum bewusst werden. Dadurch wirkt diese Musik nebelhaft-verschwommen und zugleich statisch. Die beiden Stücke „Apparitions“ und „Atmosphères“ sind in dieser Technik geschrieben. Vor allem mit dem zweiten Werk erlebte Ligeti Anfang der 60er-Jahre seinen großen Durchbruch als Komponist.

Bei der Uraufführung am 22. Oktober 1961 im Rahmen des Festivals für Neue Musik in Donaueschingen musste „Atmosphères“ sogar wiederholt werden. Ligeti widmete das Werk seinem ungarischen Komponistenkollegen Mátyás Seibers, der 1960 tödlich verunglückt war. Vielleicht war Atmosphères auch als eine Art Requiem für ihn gedacht. Später wählte der Regisseur Stanley Kubrick das Stück als Filmmusik für sein Weltraum-Epos „2001 – Odyssee im Weltraum“ aus. Dadurch wurde Ligetis Musik auch außerhalb der Experten-Kreise für Neue Musik populär.

Auf der Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten

Anfang der 70er-Jahre wurde Ligeti Mitglied in der Berliner Akademie der Künste und erhielt zudem eine Professur für Komposition an der Musikhochschule in Hamburg. Er wandte sich nun von der Technik der Klangflächenkomposition ab und suchte nach neuen musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten. Er probierte verschiedene Genres aus und komponierte unter anderem eine Oper. In den 80er-Jahren begann sich Ligeti verstärkt für Rhythmen zu interessieren und dafür, welche Effekte sich durch die Kombination verschiedener Rhythmen gleichzeitig erzielen ließen. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Ligeti in Wien, wo er am 12. Juni 2006 starb.

Reinhören!

Ligeti

Ligeti

Ein Rastloser und Heimatloser, der die gesamte Musikwelt bewohnte. Alles über György Ligeti und sein Concert Românesc.

Ligetis Leben in Zahlen

Ligeti

Ligeti

Ein Rastloser und Heimatloser, der die gesamte Musikwelt bewohnte. Alles über György Ligeti und sein Concert Românesc.

Für den Unterricht

Ligeti

Ligeti

Ein Rastloser und Heimatloser, der die gesamte Musikwelt bewohnte. Alles über György Ligeti und sein Concert Românesc.

Entstehungsgeschichte des Concert Românesc

Ligeti

Ligeti

Ein Rastloser und Heimatloser, der die gesamte Musikwelt bewohnte. Alles über György Ligeti und sein Concert Românesc.