Beatrice Lackner

LUG-Antwort auf Ligeti

Schülerinnen und Schüler der Klasse 6c des Luisen-Gymnasiums in München interpretieren Ligetis 4. Satz des Concert Românesc auf ihre Art. Tanzend, klatschend und Xylophon spielend geben sie eine Antwort auf Ligeti.

Es beginnt mit Regen

Die Klasse steht in der Schulaula und klatscht die Fanfare, die Ligetis Stück einleitet. Dann beginnen sie, mit den Fingern zu schnipsen und sich auf die Schenkel zu klatschen. Mit Bodypercussion stellen sie akustisch Regen dar. „Wir hatten schon mal ein Projekt, wo wir Regen dargestellt haben“, erklärt eine Schülerin. „Das Schnipsen ist das kleine Nieseln, das Stampfen am Ende der Donner.“ Die Regen-Performance hat ihnen so gut gefallen, dass sie sie auch in das Ligeti-Stück eingebaut haben.

Deutsche Volkslieder eingebaut

Szenenwechsel: Jetzt sitzen einige Schüler auf dem Boden des Musiksaals und spielen Xylophon. Die anderen stehen im Kreis und stimmen plötzlich in das Lied ‚Alle meine Entchen ein‘. Anschließend singen sie ein selbst gedichtetes Lied ‚Cha-cha, Herr Ligeti‘ und zum Schluss ‚Hans bleib da‘. Was haben diese Lieder mit Ligetis Komposition zu tun? Lehrerin Beatrice Lackner erklärt, dass sie die volksliedhaften Elemente aus Rumänien, die sich in Ligetis ‚Concert Românesc‘ befinden, durch solche ersetzen wollte, die die Schüler aus ihrem Umfeld kennen – wie beispielsweise ‚Hans bleib da‘. „Ich habe diese fränkische Volksliedmelodie ausgesucht, weil sie einfach so typisch fränkisch-bayerisch ist.“

Ein Projekt, das in den Köpfen bleibt

Was die Instrumente anging, waren die Schüler durchaus erfinderisch. Während Ligeti im Original am Ende die Geigen in den höchsten Lagen spielen lässt, schwingt ein Schüler einen Schlauch durch die Luft, der dabei ebenfalls hohe Klänge produziert. Am Ende ist die ganze Klasse zufrieden mit ihrem Experiment: „Es hat einfach Spaß gemacht, mit der ganzen Klasse zu musizieren“, schwärmen die Schüler und sind auch ein bisschen stolz auf ihr Ergebnis: „Wir können jetzt sagen: Das haben wirklich wir gemacht und nicht irgendjemand anders.“ Auch Beatrice Lackner ist sehr zufrieden, weil sie weiß, wie sehr ein solches Projekt den Schulalltag bereichert: „Das ist so das Salz in der Suppe – übrigens auch für mich. Und es ist ein Projekt, das dann auch in den Köpfen der Kinder bleibt.“